Aktuelles im Juli
Der Juli lädt zu unvergesslichen Momenten unter dem Sternenhimmel ein: Sommersternbilder funkeln über uns, rund um den Neumond vom 14. Juli zeigt sich die Milchstrasse besonders eindrucksvoll, und gegen Monatsende kündigen die ersten Perseiden stimmungsvolle Sternschnuppennächte an. Auch Venus, Mars und Saturn sorgen für schöne Beobachtungen – ideal für alle, die den Sommerabend mit einem Blick ins Universum ausklingen lassen möchten.
Tipp: Suchen Sie sich einen dunklen Platz, nehmen Sie sich etwas Zeit – und geniessen Sie den Sommerhimmel mit offenen Augen. Der Juli bietet beste Voraussetzungen für kleine astronomische Entdeckungen.
Unsere Himmels-Highlights
11. Juli: Ein reizvoller Morgenanblick mit Mondsichel, Mars und Plejaden
14. Juli: Neumond – perfekte Gelegenheit für einen Blick auf die Milchstrasse
17. Juli: Mond und Venus tief im Westen als elegantes Abend-Duo
29. Juli: Vollmond – helles Mondlicht für eine sommerliche Nachtstimmung
Ende Juli: Die ersten Perseiden und Delta-Aquariiden bringen Sternschnuppenfeeling
Wir laden Sie gerne auf einen Spaziergang über den Sternenhimmel auf unserer Sternwarte Schafmatt

Sonnenflecken

Aktuell befinden wir uns im 25 Sonnenflecken-Zyklus.
Die überraschendste Information ist, dass wir das solare Minimum wahrscheinlich noch nicht überschritten haben. Die Wissenschaftler prognostizieren ein Sonnenfleckenminimum für April 2020 mit einem Unsicherheitsbereich von +/- 6 Monaten. Außerdem sind sich die Experten einig, dass der Sonnenfleckenzyklus 25 eine durchschnittliche Intensität haben wird mit einer Sonnenfleckenzahl (SSN) von etwa 115. Das voraussichtliche Maximum wird im Juli 2025 (+/- 8 Monate) erwartet. Zyklus 25 wäre demnach von einer durchschnittlichen Intensität und ähnlich wie Zyklus 24.

Aktuelle Webseite für Sonnenflecken: http://spaceweather.com

Sonnenaktivitäten über Satellit NOAA: http://www.swpc.noaa.gov

Planeten

Merkur

Merkur nicht sichtbar
Am 13. Juli 2026 steht der flinke Planet Merkur in unterer Konjunktion zur Sonne. Nach seiner Konjunktion vergrößert er seinen westlichen Abstand zu unserem Zentralgestirn. Das reicht allerdings nicht für eine Morgensichtbarkeit des innersten Planeten unseres Sonnensystems. Er bleibt unsichtbar. Am 1. Juli passiert Merkur das Aphel seiner Bahn und befindet sich dann in einer Entfernung von 69,8 Millionen Kilometern zur Sonne.
Venus am Abendhimmel
Unser Schwesterplanet Venus ist derzeit als Abendstern im Sternbild Löwe zu sehen. Ihre scheinbare Helligkeit erreicht in diesem Monat -4,3 Größenklassen. Leider verkürzt sich ihre Sichtbarkeit im Laufe des Monats spürbar, noch bevor sie im Herbst ihre größte westliche Elongation erreicht: Geht die Venus am 1. Juli um 23:31 Uhr im Westen unter, so sinkt sie am 31. Juli bereits um 22:20 Uhr Sommerzeit unter den Horizont. Ihr Abstand zum westlichen Horizont sinkt von 12,5 auf 8 Grad. Im Teleskop ist zu erkennen, dass das Venusscheibchen an Größe gewinnt. Zum Monatsende beträgt der scheinbare Durchmesser bereits 21 Bogensekunden. Der Beleuchtungsgrad sinkt dagegen auf 56 %. Am 9. Juli zieht der Abendstern in einem Abstand von nur 1,1 Grad nördlich an Regulus vorbei. Am 17. Juli passiert die zunehmende Mondsichel den Abendstern in einem Abstand von nur drei Grad. Bis zum Monatsende nähert sie sich weiter der Grenze zum Sternbild Jungfrau.
Mars am Morgenhimmel
Anfang Juli ist unser roter Nachbar Mars wieder am Morgenhimmel zu sehen. Er wandert rechtläufig durch das Sternbild Stier. Zu Beginn des Monats geht der 1,3 mag helle Rote Planet um 2:29 Uhr im Osten auf. Ende Juli erfolgt sein Aufgang bereits um 1:38 Uhr. Zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung erreicht er eine Höhe von 14 Grad über dem Osthorizont. Ende Juli sind es bereits 27 Grad. Aus diesem Grund benötigt man noch immer einen Feldstecher, um den Roten Planeten knapp 4,5 Grad nordwestlich der Plejaden zu entdecken. Im Laufe des Monats wandert Mars durch das „Goldene Tor der Ekliptik“ zwischen den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden hindurch. Im Teleskop beträgt der Durchmesser des Marsscheibchens nur 5 Bogensekunden, sodass noch keinerlei Einzelheiten auf dessen Oberfläche erkennbar sind. Zwischen dem 2. und 6. Juli wandert Mars mit einem südlichen Abstand von nur 6 Bogenminuten an Uranus vorbei. In der Nacht vom 11. auf den 12. Juli passiert der abnehmende Mond unseren Nachbarplaneten.
Jupiter nicht sichtbar
DDer Riesenplanet Jupiter wandert rechtläufig durch den Krebs und erreicht am 29. Juli 2026 die Konjunktion zur Sonne. Da er sich mit der Sonne am Taghimmel aufhält, ist er – abgesehen vom ersten Juliabend – nicht mehr am Abendhimmel sichtbar. Zum Zeitpunkt der Konjunktion steht Jupiter 943 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.
Saturn am Nachthimmel
In der zweiten Nachthälfte ist der Ringplanet Saturn im Sternbild Fische auffindbar. Am 27. Juli kommt er zum Stillstand und beginnt seine Oppositionsschleife. Im Laufe des Julis verlagert Saturn seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Während er zu Beginn des Monats um 1:03 Uhr im Osten aufgeht, erfolgt sein Aufgang Ende Juli bereits zwei Stunden früher. Zum Ende der Dämmerung erreicht er eine Höhe von 40 Grad über dem Horizont. Seine scheinbare Helligkeit nimmt in dieser Zeit von 0,8 auf 0,6 mag leicht zu. Auch sein scheinbarer Äquatordurchmesser wächst auf 18 Bogensekunden. Nach seiner Kantenstellung im letzten Jahr ist sein interessantes Ringsystem bereits wieder 9 Grad geöffnet. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli zieht der abnehmende Mond in einem Abstand von 7 Grad nördlich an Saturn vorbei.

Kometen

Der Komet 10P/Tempel: Der kurzperiodische Komet 10P/Tempel wandert im Laufe des Monats vom Sternbild Wassermann in das Sternbild Steinbock. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 11 bis 12 Größenklassen kann er in mittleren Teleskopen sehr niedrig über dem Horizont aufgespürt werden.
Der Komet 169/NEAT: Der kurzperiodische Komet 169P/NEAT zieht in diesem Monat vom Sternbild Adler in den Herkules und steht somit hoch an unserem Himmel. Zunächst ist der Schweifstern mit einer Helligkeit von 15 mag noch sehr lichtschwach, soll aber zum Monatsende hin die 12. Größenklasse überschreiten und damit in Reichweite von mittelgroßen Teleskopen kommen. Der Komet ist der Ursprungskörper des Meteorstroms der Alpha-Capriconiden, die ebenfalls im Juli beobachtbar sind.

Sternschnuppen 

Die Delta-Aquariden
Die recht unauffälligen Südlichen Delta-Aquariden sind zwischen dem 12. Juli und dem 19. August aktiv. Ihr Maximum erreichen sie am 31. Juli. Aufgrund der südlichen Deklination des Radianten sind von Mitteleuropa aus maximal fünf bis zehn Meteore pro Stunde sichtbar. Der Ausstrahlungspunkt des Meteorstroms befindet sich etwa 3° westlich von Delta Aquarii und erreicht bei uns nur eine Höhe von knapp 25° über dem Horizont. Von südlichen Standorten aus, beispielsweise in Namibia, wo der Radiant deutlich höher steht, sind etwa 20 bis 25 Sternschnuppen mit einer Helligkeit von 3 bis 5 mag sichtbar, die mit einer Geschwindigkeit von 41 km/s in die Erdatmosphäre eindringen. Somit unterscheiden sie sich deutlich von den langsameren Alpha-Capricorniden. Aufgrund des Vollmondes am 29. Juli kommt es zum Maximumszeitpunkt jedoch zu starken Einschränkungen durch helles Mondlicht.
Die Perseiden
Gegen Ende des Monats sind auch schon die ersten Perseiden zu sehen, die jedoch erst im August ihr Maximum erreichen. Im Juli befindet sich ihr Radiant noch in der südlichen Kassiopeia und nicht, wie Mitte August, in der Nähe von Eta Persei. Erst zu Beginn des August wandert der Radiant in die nördlichen Bereiche des Perseus. Mit 59 Kilometern pro Sekunde sind die Perseiden sehr schnelle Teilchen, die sich deutlich von den zahlreichen Strömen im Juli unterscheiden.
Datengrundlagen/Quellen: „Das Himmelsjahr 2026“ & „Sterne und Weltraum“ (6/2026); astrofan80.de

Beobachtungen Deep Sky

Ideal für Beobachtungen und Fotografieren bitte Tabelle Deep Sky-Objekte benutzen.
Was kann man wann beobachten / Fotografieren. Tabelle DeepSky

Sternwarte Schafmatt

Besuchen Sie uns in Sternwarte Schafmatt, um bei klarem Wetter einen Blick auf Sternenhimmel zu werfen!
www.sternwarte schafmatt.ch