Aktuelles im September
Im September kündet sich auch langsam den Herbst an, auch am Firmament. Kühler, dunkler und länger werden die Nächte und zeigen ein neues Gesicht: Die ersten Sternbilder des Herbstes ziehen heran. Dazwischen funkeln ein paar Sternschnuppen, die gut zu sehen sind, denn der Himmel ist jetzt deutlich klarer. Deshalb ist der September auch für die Milchstrasse der ideale Monat. Und fast alle Planeten können Sie jetzt beobachten. Der Mond führt Sie an diesen vorbei auf seiner Reise von Sternbild zu Sternbild.
Wir laden Sie gerne auf einen Spaziergang über den Sternenhimmel auf unserer Sternwarte-Schafmatt ein.

Sonnenflecken

Aktuell befinden wir uns im 25 Sonnenflecken-Zyklus.
Die überraschendste Information ist, dass wir das solare Minimum wahrscheinlich noch nicht überschritten haben. Die Wissenschaftler prognostizieren ein Sonnenfleckenminimum für April 2020 mit einem Unsicherheitsbereich von +/- 6 Monaten. Außerdem sind sich die Experten einig, dass der Sonnenfleckenzyklus 25 eine durchschnittliche Intensität haben wird mit einer Sonnenfleckenzahl (SSN) von etwa 115. Das voraussichtliche Maximum wird im Juli 2025 (+/- 8 Monate) erwartet. Zyklus 25 wäre demnach von einer durchschnittlichen Intensität und ähnlich wie Zyklus 24.

Aktuelle Webseite für Sonnenflecken: http://spaceweather.com

Sonnenaktivitäten über Satellit NOAA: http://www.swpc.noaa.gov

Planeten

Merkur

Merkur nicht sichtbar
Der Planet Merkur stand im Vormonat in seiner größten östlichen Elongation von der Sonne und nähert sich ab dem 9. September der Sonne wieder an. Am 23. September 2022 steht er schließlich in unterer Konjunktion zu unserem Zentralgestirn und ist demzufolge unbeobachtbar. Anfang Oktober wird Merkur wieder am Morgenhimmel sichtbar werden.

Venus

Venus am Morgenhimmel
Der Plant  Venus zieht sich im September allmählich vom Morgenhimmel zurück und wird Ende des Monats schliesslich unsichtbar. Dabei wandert unser -3,9 mag heller Schwesterplanet weiter durch den Löwen und zieht am 5. September, in nur 0,8 Grad Abstand, nördlich am Hauptstern Regulus vorbei. Am Tag zuvor stand die Venus auch im Perihel ihrer Bahn und befand sich 107,5 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Venus nähert sich im Laufe des Monats, vom Westen her kommend, der Sonne weiter an und verschwindet bereits im letzten Septemberdrittel im Horizontdunst. Anfang September erreicht sie, zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung, aber noch eine akzeptable Horizonthöhe von 6 ½ Grad. Die Aufgänge des Morgensterns verspäten sich im Laufe des Monats von anfangs 4:54 Uhr auf 6:27 Uhr Sommerzeit. Im Fernrohr zeigt sich das Venusscheibchen fast voll beleuchtet und Mitte September gut 10 Bogensekunden groß. Am 25. September steht die sehr dünne Mondsichel nur 2 Grad nördlich des Morgensterns, was bei guter und klarer Horizontsicht in Ferngläsern beobachtet werden kann.

Mars

Mars am Nachthimmel
Unser roter Nachbar Mars wandert immer langsamer werdend, rechtläufig durch den Stier kann Ende September bereits beim Eindunkeln im Osten aufgefunden werden. Mars befindet sich dabei nördlich des offenen Sternhaufens der Hyaden und zieht am 9. des Monats, in nur 4,3 Grad Abstand, am Hauptstern Aldebaran vorbei. Seine scheinbare Helligkeit steigt im Laufe des Monats stark an von -0,1 auf -0,6 mag. Das ist auch ein Hinweis, dass er sich langsam seiner Opposition nähert, die er aber erst im Dezember erreichen wird. Am 1. September geht Mars um 22:45 Uhr im Osten auf. Bis zum 30. September verfrühen sich seine Aufgänge auf 21:32 Uhr Sommerzeit. Der scheinbare Durchmesser des Marsscheibchen wächst zum Ende des Monats hin auf 11,9 Bogensekunden an, so dass bereits erste Oberflächendetails, wie dunkle Albedostrukturen und die Polkappe, in Teleskopen gut beobachtet werden können. Das Marsscheibchen zeigt sich dabei zu 87% beleuchtet. In der Nacht vom 16. auf den 17. September wandert der abnehmende Halbmond knapp 3 Grad nördlich an unserem Nachbarplaneten vorbei.

Jupiter

Jupiter am Nachthimmel
Der Riesenplanet Jupiter wandert immer schneller werdend, rückläufig entlang der Ekliptik und kommt am 26. September 2022 im Sternbild Fische schließlich in Opposition zur Sonne. Er kann dann die gesamte Nacht als auffälliges -2,9 mag helles Objekt und halbhoch am Nachthimmel aufgefunden werden. Am Tag der Opposition geht Jupiter um 18:55 Uhr im Osten auf und erreicht um 1:02 Uhr seine höchste Stellung im Süden. Er steht dann 38 Grad über dem Südhorizont und befindet sich 591 Millionen Kilometer von unserem Heimatplaneten entfernt. Sein Untergang erfolgt um 7:05 Uhr Sommerzeit. Zu Beginn und zum Ende des Monats geht Jupiter um 2:51 Uhr bzw. um 0:44 Uhr durch den Meridian. Im Teleskop können nun bei ruhiger Luft zahlreiche Atmosphärenstrukturen, wie Flecken, Streifen und Bänder, beobachtet werden. Seine 4 hellsten Monde sind bereits in kleinen Ferngläsern sichtbar. Zur Opposition zeigen die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymede und Callisto Schattenwürfe, Verfinsterungen und Vorrübergänge vor Jupiters Planetenkugel. Dabei zeigt sich die an den Polen abgeplattete Jupiterscheibe gut 50 Bogensekunden groß. Am 11. des Monats zieht noch der fast vollständig beleuchtete Mond, in nur 3 Grad südlichen Abstand, am Riesenplaneten vorbei.

Saturn

Saturn am Nachthimmel
Der Ringplanet Saturn, rückläufig im Sternbild Steinbock, stand Mitte August in Opposition zur Sonne. Er kann immer noch fast die gesamte Nacht gesehen werden, am besten vor Mitternacht. Seine Meridiandurchgänge verfrühen sich von anfangs 23:54 Uhr Sommerzeit auf zwei Stunden. Vom Morgenhimmel zieht sich der Ringplanet zum Ende des Monats langsam zurück. Seine scheinbare Helligkeit geht ebenfalls leicht zurück und beträgt zum Monatsende 0,5 Größenklassen. Im Fernrohr erkennt man, dass sein 43 Bogensekunden breites Ringsystem, mit 14,8 Grad, immer noch relativ weit geöffnet ist. Sein Äquatordurchmesser beträgt Ende September gut 18 Bogensekunden. Am 8. September zieht der Erdtrabant, in ungefähr 6 Grad Abstand, am Ringplaneten vorbei.

Sternschnuppen 

Meteorströme

 

Die Alpha-Aurigiden
Die Alpha-Aurigiden sind vom 25. August bis zum 10. September aktiv. Das nicht sehr ausgeprägte Maximum ist am Morgen des 1. September gegen 11 Uhr zu erwarten. Der zunehmende Mond wir nicht weiter stören, weil er 2 Stunden vor Mitternacht untergehen wird. Der Radiant steht kurz vor der Morgendämmerung rund 50 Grad hoch im Osten und befindet sich in der Nähe von Capella und nordöstlich von Theta Aurigae im nördlichen Sternbild Fuhrmann. Im Schnitt sind in der Maximumsnacht 5 bis 10 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar, die mit hohen Geschwindigkeiten von 66 km/s in die Erdatmosphäre eindringen. Im Jahr 2007 gab es einen kurzen Aktivitätsausbruch, mit korrigierten Raten, von über 130 Meteoren pro Stunde während eines Zeitraums von 45 Minuten, wobei die hellsten Aurigiden eine Helligkeit von -2 mag erreichten. Im Jahr 2019 wurden zum Maximum 20 Meteore pro Stunde und im Jahr 2021, in einem Zeitraum von nur 10 Minuten, eine Aktivität von 70 Sternschnuppen registriert. Weitere Aktivitätsausbrüche wurden in den Jahren 1935, 1986 und 1994 verzeichnet. Auch in diesem Jahr könnte es zu einer höheren Aktivität kommen. Die Alpha-Aurigiden gehen auf den Kometen C/1911 N1 Kiess zurück, der eine Umlaufzeit von rund 2500 Jahren besitzt.
Die Epsilon-Perseiden
Zwischen dem 5. und 17. September sind die September-Epsilon-Perseiden aktiv. Das Maximum ist in der Nacht vom 9. auf den 10. September gegen 4 Uhr zu erwarten. Zu diesem Zeitpunkt, und einige Stunden später, durchläuft die Erde dichtere Bereiche des Stroms. Leider stört der Vollmond die Beobachtung des Meteorstroms in diesem Jahr. Der Radiant, in der Nähe von Algol gelegen, erreicht zu Beginn der Morgendämmerung Höhen von 80 Grad über dem Horizont. Im Schnitt sind aber nur 5 bis 10 Meteore pro Stunde sichtbar, die Geschwindigkeiten von 64 km/s besitzen und damit sehr schnell sind. Im Jahr 2008 und 2013 wurde eine deutlich höhere Aktivität mit rund 30 Sternschnuppen und einer Vielzahl von sehr hellen Meteoren registriert.
Die Delta-Aquariden
Die Delta-Aurigiden sind ein relativ neuer Strom, der früher mit den September-Perseiden als gemeinsamer Meteorstrom betrachtet wurde. Der Strom ist ab dem 17. September bis zum 9. Oktober aktiv, mit einem geringen Maximum von 3 bis 5 Sternschnuppen pro Stunde um den 3. Oktober. Die Eintrittsgeschwindigkeit der Teilchen ist mit 60 km/s ähnlich hoch wie die der Alpha-Aurigiden.
Datenquelle; astrofan80.de/html/sky.html

Beobachtungen Deep Sky

Ideal für Beobachtungen und Fotografieren bitte Tabelle Deep Sky-Objekte benutzen.
Was kann man wann beobachten / Fotografieren. Tabelle DeepSky

Sternwarte Schafmatt

Besuchen Sie uns in Sternwarte Schafmatt, um bei klarem Wetter einen Blick auf Sternenhimmel zu werfen!
www.sternwarte schafmatt.ch