Sonnenflecken
Aktuell befinden wir uns im 25 Sonnenflecken-Zyklus.
Die überraschendste Information ist, dass wir das solare Minimum wahrscheinlich noch nicht überschritten haben. Die Wissenschaftler prognostizieren ein Sonnenfleckenminimum für April 2020 mit einem Unsicherheitsbereich von +/- 6 Monaten. Außerdem sind sich die Experten einig, dass der Sonnenfleckenzyklus 25 eine durchschnittliche Intensität haben wird mit einer Sonnenfleckenzahl (SSN) von etwa 115. Das voraussichtliche Maximum wird im Juli 2025 (+/- 8 Monate) erwartet. Zyklus 25 wäre demnach von einer durchschnittlichen Intensität und ähnlich wie Zyklus 24.
Aktuelle Webseite für Sonnenflecken: http://spaceweather.com
Sonnenaktivitäten über Satellit NOAA: http://www.swpc.noaa.gov
Merkur
Merkur nicht sichtbar
Im August stand der flinke Planet Merkur in oberer Konjunktion mit der Sonne. Seitdem entfernt er sich in östlicher Richtung wieder von ihr. Bis zum Monatsende wächst der Abstand zu unserem Zentralgestirn auf 23 Grad. Aufgrund der flachen Ekliptiklage am Abendhimmel reicht dies jedoch nicht für eine Abendsichtbarkeit des innersten Planeten unseres Sonnensystems aus. Merkur bleibt den gesamten Monat über unsichtbar. Am 27. September zieht der Planet durch das Aphel seiner Bahn. Dann befindet er 69,8 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Venus am Abendhimmel
Der Abendstern Venus stand Mitte August in ihrer größten östlichen Elongation zur Sonne und verkürzt ihre Sichtbarkeit am Abendhimmel drastisch. Zum Monatsmitte hin wird sie schließlich unsichtbar. Am 1. September geht der Abendstern um 20:41 Uhr unter. Bis Mitte September verfrühen sich ihre Untergangszeiten auf 19:50 Uhr Sommerzeit. Am 19. September strahlt der Abendstern mit einer Helligkeit von -4,8 mag in seinem größten Glanz. An diesem Tag ist die Venus zu 25 Prozent beleuchtet und hat einen scheinbaren Durchmesser von 40 Bogensekunden. Sie zeigt demnach eine deutliche Sichelgestalt. Aufgrund ihrer tiefen Stellung über dem Westsüdwesthorizont benötigt man trotz ihrer Helligkeit ein Fernglas, um sie aufzufinden. Interessant ist ihre Begegnung mit der zunehmenden Mondsichel in den Vormittagsstunden des 14. Septembers. Zwischen 10:35 Uhr und 11:40 Uhr wird sie von unserem Erdtrabanten am Taghimmel bedeckt. Leider steht der Mond zum Bedeckungsbeginn nur wenige Grad über dem Südosthorizont, gegen Ende immerhin 12 Grad. Bis zum Abend hat sich der Abstand zur Venus bereits auf drei Grad vergrössert. Am 4. September durchläuft die Venus das Aphel ihrer Bahn und befindet sich dann 109 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Mars am Morgenhimmel
Der rote Nachbarplanet Mars ist ein Objekt für den Morgenhimmel. Der 1,3 mag helle Planet wandert zunächst durch das Sternbild Zwillinge und wechselt am 25. September in das Sternbild Krebs. Dabei verfrühen sich seine Aufgänge von 1:04 Uhr zu Beginn des Monats auf 0:42 Uhr am Monatsende. Sein scheinbarer Durchmesser wächst auf 5,6 Bogensekunden. Dies reicht jedoch immer noch nicht aus, um seine interessanten Albedostrukturen zu beobachten. Gleichzeitig steigt seine Helligkeit auf 1,2 Größenklassen. Interessant ist die Begegnung mit der abnehmenden Mondsichel am Morgen des 7. Septembers. Am letzten Tag des Monats beginnt auf der Nordhalbkugel des Mars schliesslich der Frühling.
Jupiter am Morgenhimmel
Auch der -1,9 mag helle Riesenplanet Jupiter ist am Morgenhimmel zu sehen. Er wandert rechtläufig durch das Sternbild Krebs. Am 23. September überschreitet er die Grenze zum Sternbild Löwe. Dabei verfrühen sich seine Aufgänge von 3:51 Uhr auf 2:30 Uhr Sommerzeit. In dieser Zeit wächst Jupiters Äquatordurchmesser auf 33,3 Bogensekunden. Besonders interessant ist die Begegnung des Riesenplaneten mit der abnehmenden Mondsichel am Morgen des 8. und 9. September.
Saturn am Nachthimmel
Im September ist der Ringplanet Saturn immer früher am Nachthimmel zu sehen. Er bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Fische und wechselt schliesslich am 6. September in das Sternbild Walfisch. Er nähert sich langsam seiner Oppositionsstellung, die er am 4. Oktober erreicht. Somit ist der Planet die ganze Nacht über beobachtbar. Am 1. September steht Saturn um 3:18 Uhr im Süden. Am 30. September überschreitet er bereits zwei Stunden früher den Meridian. Dabei erreicht er eine Höhe von 42 Grad. Seine Helligkeit steigt weiter leicht an und erreicht Ende September 0,3 Grössenklassen. Im Teleskop wächst sein scheinbarer Äquatordurchmesser auf 19,6 Bogensekunden. Sein interessantes Ringsystem erscheint uns bereits wieder unter einem Winkel von 8 Grad.
Der kurzperiodische Komet 88P/Howell ist am Morgenhimmel im Sternbild Walfisch zu sehen. Im August sinkt seine scheinbare Helligkeit von 12 auf 13 mag, sodass man große Teleskope benötigt, um den Schweifstern zu finden.
Der kurzperiodische Komet 169P/NEAT zieht vom Sternbild Löwe in den Sextanten und ist ein Objekt für den Morgenhimmel. Mit einer scheinbaren Helligkeit zwischen 10 und 11 mag ist der Schweifstern mit mittelgroßen Teleskopen zu beobachten.
Die Alpha-Aurigiden
Die Alpha-Aurigiden sind vom 25. August bis zum 10. September aktiv. Das nicht sehr ausgeprägte Maximum ist am Morgen des 1. September zu erwarten. Der Vollmond wird die Beobachtung des Meteorstroms jedoch stark beeinträchtigen. Kurz vor der Morgendämmerung steht der Radiant rund 50 Grad hoch im Osten. Er befindet sich in der Nähe von Capella und nordöstlich von Theta Aurigae im Sternbild Fuhrmann. Unter perfekten Bedingungen sind in der Maximumsnacht im Schnitt 5 bis 10 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar, die mit hohen Geschwindigkeiten von 66 km/s in die Erdatmosphäre eindringen. Im Jahr 2007 gab es einen kurzen Aktivitätsausbruch mit korrigierten Raten von über 130 Meteoren pro Stunde innerhalb von 45 Minuten. Dabei erreichten die hellsten Aurigiden eine Helligkeit von -2 mag. Zum Maximum wurden im Jahr 2019 20 Meteore pro Stunde registriert und im Jahr 2021 wurden in einem Zeitraum von nur 10 Minuten 70 Sternschnuppen pro Stunde gezählt. Weitere Aktivitätsausbrüche mit Raten zwischen 30 und 50 Meteoren pro Stunde wurden in den Jahren 1935, 1986 und 1994 verzeichnet. Die Alpha-Aurigiden gehen auf den Kometen C/1911 N1 Kiess mit einer Umlaufzeit von rund 2.500 Jahren zurück.
Die September-Epsilon-Perseiden
Die September-Epsilon-Perseiden sind vom 5. bis zum 17. September aktiv. Das Maximum ist in der Nacht vom 9. auf den 10. September gegen 20 Uhr zu erwarten. Der Mond stört die Beobachtung dieses Meteoritenschauers nicht, da am 11. September Neumond ist. Der Radiant in der Nähe von Algol erreicht zu Beginn der Morgendämmerung eine Höhe von 80 Grad über dem Horizont. Im Schnitt sind jedoch nur fünf bis zehn Meteore pro Stunde sichtbar, die dafür aber sehr hell sein können. Mit einer Geschwindigkeit von 64 km/s sind sie sehr schnell. In den Jahren 2008 und 2013 wurde eine deutlich höhere Aktivität mit rund 30 Sternschnuppen sowie einer Vielzahl sehr heller Meteore registriert. In den Folgejahren konnte keine erhöhte Aktivität mehr festgestellt werden.
Datengrundlagen/Quellen: astrofan80.de