Sonnenflecken
Aktuell befinden wir uns im 25 Sonnenflecken-Zyklus.
Die überraschendste Information ist, dass wir das solare Minimum wahrscheinlich noch nicht überschritten haben. Die Wissenschaftler prognostizieren ein Sonnenfleckenminimum für April 2020 mit einem Unsicherheitsbereich von +/- 6 Monaten. Außerdem sind sich die Experten einig, dass der Sonnenfleckenzyklus 25 eine durchschnittliche Intensität haben wird mit einer Sonnenfleckenzahl (SSN) von etwa 115. Das voraussichtliche Maximum wird im Juli 2025 (+/- 8 Monate) erwartet. Zyklus 25 wäre demnach von einer durchschnittlichen Intensität und ähnlich wie Zyklus 24.
Aktuelle Webseite für Sonnenflecken: http://spaceweather.com
Sonnenaktivitäten über Satellit NOAA: http://www.swpc.noaa.gov
Planeten
Merkur
Merkur nicht sichtbar
Der flinke Planet Merkur erreicht am 4. April 2026 in einem Abstand von 27°49′ seine grösste westliche Elongation zur Sonne. Aufgrund der flachen Ekliptiklage reicht dies leider nicht für eine Morgensichtbarkeit des innersten Planeten unseres Sonnensystems aus, obwohl der Elongationswinkel fast grösstmöglich ausfällt. Merkur bleibt für uns am Morgenhimmel unsichtbar. Nur südlich von 38° nördlicher Breite kann Merkur in der Morgendämmerung über dem östlichen Horizont aufgefunden werden. Am selben Tag durchläuft er auch das Aphel seiner Bahn und befindet sich dann 69,9 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Venus am Abendhimmel
Im Laufe des Monats baut unser Schwesterplanet Venus ihre Sichtbarkeit am Abendhimmel weiter aus. Sie wandert durch das Sternbild Widder und wechselt ab dem 19. April in das Sternbild Stier. Aufgrund der immer später einsetzenden Abenddämmerung verschiebt sich ihre Sichtbarkeit lediglich um eine Dreiviertelstunde. Am 1. April geht Venus um 21:33 Uhr Sommerzeit unter. Bis zum Monatsende verschiebt sich die Untergangszeit des Abendsterns auf 23:06 Uhr. Ende April, zum Ende der bürgerlichen Dämmerung, befindet sie sich noch 16 Grad hoch über dem Westhorizont. Ihre scheinbare Helligkeit von -3,9 mag bleibt den gesamten Monat über konstant. Ende des Monats ist im Teleskop ein 12 Bogensekunden großes Venusscheibchen sichtbar, das zu 88 Prozent beleuchtet ist. Am 19. April steht die schmale, zunehmende Mondsichel in der Nähe der Venus – die Mondsichel selbst befindet sich direkt nordwestlich der Plejaden. Im letzten Monatsdrittel wandert der Abendstern durch das „Goldene Tor der Ekliptik“ und kann nur 3,5 Grad südlich der Plejaden aufgefunden werden. Besonders interessant ist die Begegnung der Venus mit dem Planeten Uranus am 24. April. An diesem Tag zieht der Abendstern in nur 47 Bogenminuten Abstand am fernen Eisriesen vorbei. Dies ist allerdings nur erfahrenen Beobachtern vorbehalten.
Mars nicht sichtbar
Unser roter Nachbar Mars steht immer noch zu dicht bei der Sonne und wird von den hellen Strahlen unseres Zentralgestirns überstrahlt. Er bleibt auch im April am Morgenhimmel noch unsichtbar.
Jupiter am Nachthimmel
Der Riesenplanet Jupiter bewegt sich rechtläufig im Sternbild Zwillinge und dominiert die erste Nachthälfte. Im Laufe des Monats zieht er sich langsam aus der zweiten Nachthälfte zurück. Zu Beginn des Monats steht er bei Einbruch der Dunkelheit noch gut 60 Grad hoch im Süden. Bis zum Monatsende verringert er seinen Horizontabstand auf 40 Grad. Gleichzeitig nimmt seine scheinbare Helligkeit von -2,2 auf -2,0 Größenklassen ab. Am 1. des Monats geht Jupiter um 3:50 Uhr im Westen unter. Bis zum Monatsende verfrühen sich seine Untergangszeiten auf 2:06 Uhr Sommerzeit. Im Teleskop erscheint seine abgeplattete Planetenkugel nur noch unter einem Winkel von 37 Bogensekunden. Am 22. des Monats kommt es zu einer engen Begegnung mit der abnehmenden Mondsichel in nur drei Grad nördlichen Abstand.
Saturn nicht sichtbar
Der Ringplanet Saturn stand Ende März in Konjunktion mit der Sonne und ist auch in diesem Monat von unseren Breiten aus noch nicht zu sehen. Am 20. April stehen Saturn, Merkur und Mars in einem Gesichtsfeld von nur 1,7 Grad. Diese interessante Konjunktion ist von Mitteleuropa aus leider nicht zu sehen. Sie kann jedoch in den Tropen und auf der Südhalbkugel der Erde am Morgenhimmel beobachtet werden.
Kometen
Komet C/2025 R3 (PanSTARRS) (falls aktiv genug): Gegen Monatsende können die Bedingungen besser werden; die Sichtbarkeit hängt stark von Helligkeitsentwicklung und Standort (dunkler Himmel) ab.
Der Komet C/2026 A1 (MAPS) ist ein Sonnenkreuzer der Kreutz-Gruppe, der erst am 13. Januar 2026 entdeckt wurde. Er wird am 4. April 2026 sein Perihel in einem sehr geringen Sonnenabstand von nur 800.000 Kilometern durchlaufen. Falls er die Sonnennähe übersteht, wird er kurzzeitig sehr hell werden und einen sehr langen Schweif entwickeln. Zwischen dem 4. und 5. April sollte man kurz nach Sonnenuntergang in der hellen Abenddämmerung nach dem Kometen Ausschau halten, der zum Perihelzeitpunkt eine maximale scheinbare Helligkeit von -5 bis -8 mag erreichen könnte.
Der Komet C/2024 E1 (Wierzchos) ist im April ein Objekt für den Abendhimmel. Er bewegt sich in diesem Monat vom Sternbild Stier in die Zwillinge. Seine scheinbare Helligkeit von zu Beginn 11 mag geht im Laufe des April weiter zurück auf 12. Größenklassen. Somit ist der Schweifstern nur noch in größeren Teleskopen sichtbar. Zu Beginn des Monats ist Wierzchos nur 4 Grad südlich von Aldebaran und den Hyaden aufzufinden.
Sternschnuppen
Die Lyriden
Vom 16. bis 25. April sind die Lyriden zu sehen, deren Ausstrahlungspunkt sich etwa sieben Grad südwestlich von Wega im Sternbild Leier befindet. Mit einer Eintrittsgeschwindigkeit in die Erdatmosphäre von 49 km/s zählen die Lyriden zu den mittelschnellen Meteoren. Ihr Maximum ist nicht sehr ausgeprägt und tritt am Abend des 22. April gegen 20:40 Uhr auf. Der genaue Zeitpunkt des Maximums kann sich natürlich um mehrere Stunden verschieben. Die beste Beobachtungszeit für den Lyridenstrom sind die Stunden zwischen 22 Uhr und 4 Uhr morgens, wenn der Radiant des Meteorstroms ab 22:30 Uhr in guter Beobachtungshöhe am Himmel steht. Im Maximum sind durchschnittlich 18 Sternschnuppen zu erwarten, darunter einige sehr helle Exemplare. Der zunehmende Mond stört die Beobachtung der Lyriden nur geringfügig. Der Sternschnuppenstrom ist auch immer wieder für Überraschungen gut: So wurden beispielsweise 1982 90 Meteore pro Stunde beobachtet. Ein weiterer Ausbruch fand 1922 statt, als 100 Sternschnuppen pro Stunde registriert wurden. In diesem Jahr ist keine erhöhte Aktivität zu erwarten. Als Ursprungskörper der Lyriden gilt der langperiodische Komet C/1861 G1 Thatcher mit einer Umlaufzeit von 415 Jahren.
Die Eta-Aquariden
Vom 19. April bis zum 28. Mai sind die Eta-Aquariden zu beobachten. In diesem Jahr werden sie jedoch nachhaltig durch den abnehmenden Mond gestört. Es handelt sich um einen mittelstarken Strom, der vor allem in südlicheren Breiten zu sehen ist. In Mitteleuropa steht der Radiant nur sehr niedrig über dem Horizont. Daher gibt es nur ein kurzes Beobachtungsfenster kurz vor Beginn der Morgendämmerung. Das Maximum wird für den 5. Mai erwartet. Dann sind beispielsweise von Namibia aus zwischen 50 und 65 sehr schnelle Meteore mit Eintrittsgeschwindigkeiten von 66 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre zu sehen. Im Jahr 2003 wurde sogar eine Zenitrate von 100 registriert. In Mitteleuropa reduziert sich diese Zahl aufgrund der geringen Horizonthöhe auf 10 bis 15 Sternschnuppen pro Stunde. Aufgrund ihres flachen Eintrittswinkels in die Erdatmosphäre zeigen diese jedoch zum Teil sehr lange Bahnen am Himmel. Der Ursprungskörper der Eta-Aquariden ist der berühmte Halleysche Komet.