Aktuelles im Mai
Der Mai bringt milde Abende – aber auch immer kürzere, später beginnende Nächte. Wer mit dem Beobachten nicht bis nach 23 Uhr warten möchte, orientiert sich zunächst am Großen Wagen hoch im Norden: Verlängert man den Bogen der Deichsel, führt er zu Arktur im Bärenhüter und weiter zu Spica in der Jungfrau. Zusammen mit Regulus im Löwen bilden sie das markante Frühlingsdreieck, das den Südhimmel dominiert.
Planeten-Fans kommen vor allem in der Abenddämmerung auf ihre Kosten: Venus leuchtet als auffälliger Abendstern im Westen, während Jupiter in den Zwillingen noch in der ersten Nachthälfte zu sehen ist und im Monatsverlauf immer früher untergeht. Gegen Monatsende meldet sich Saturn tief am Osthorizont in der Morgendämmerung zurück – ein Vorgeschmack auf die kommenden Sommermonate.
Tipp: Für die schwächeren Frühlingsgalaxien und Sternhaufen lohnt sich vor allem die Neumondphase um die Monatsmitte. Ein möglichst dunkler Standort, 15–20 Minuten Dunkelgewöhnung und ein Fernglas genügen oft schon, um mehr zu sehen als „nur“ Sterne.
Wir laden Sie gerne auf einen Spaziergang über den Sternenhimmel auf unserer Sternwarte Schafmatt

Sonnenflecken

Aktuell befinden wir uns im 25 Sonnenflecken-Zyklus.
Die überraschendste Information ist, dass wir das solare Minimum wahrscheinlich noch nicht überschritten haben. Die Wissenschaftler prognostizieren ein Sonnenfleckenminimum für April 2020 mit einem Unsicherheitsbereich von +/- 6 Monaten. Außerdem sind sich die Experten einig, dass der Sonnenfleckenzyklus 25 eine durchschnittliche Intensität haben wird mit einer Sonnenfleckenzahl (SSN) von etwa 115. Das voraussichtliche Maximum wird im Juli 2025 (+/- 8 Monate) erwartet. Zyklus 25 wäre demnach von einer durchschnittlichen Intensität und ähnlich wie Zyklus 24.

Aktuelle Webseite für Sonnenflecken: http://spaceweather.com

Sonnenaktivitäten über Satellit NOAA: http://www.swpc.noaa.gov

Planeten

Merkur

Merkur nicht sichtbar
Der flinke Planet Merkur ist Anfang/Mitte Mai praktisch nicht beobachtbar (zu nahe an der Sonne); ab Ende Mai wieder sehr tief in der Abenddämmerung.
Freier Westhorizont ist entscheidend. Suche erst Venus/Jupiter und halte dann darunter/nahe dem Horizont Ausschau. Fernglas hilft, aber nur verwenden, wenn die Sonne sicher untergegangen ist.
Venus am Abendhimmel
Abends sehr auffällig; wird im Monatsverlauf höher und bleibt länger sichtbar (ungefähr von ~2 bis ~3 Stunden nach Sonnenuntergang).
Mit blossem Auge unübersehbar; in einem kleinen Teleskop zeigt sie eine helle Sichel. In der ersten Monatshälfte nahe den Sternen der Stier-Region, später Richtung Zwillinge.
Mars Morgenhimmel
Unser roter Nachbar Mars ist Morgens schwer zu sehen, da niedrig und relativ schwach; verbessert sich aber langsam.
Rötlicher Farbton kann helfen. Für Details (Scheibchen) ist er im Mai noch ungünstig, weil er klein erscheint.
Jupiter am Nachthimmel
Der Riesenplanet Jupiter bewegt sich rechtläufig im Sternbild Zwillinge und dominiert die erste Nachthälfte. Im Laufe des Monats zieht er sich langsam aus der zweiten Nachthälfte zurück.
Abends sehr gut sichtbar; steht höher als Venus, sinkt aber insgesamt Richtung Westhorizont.
Schon ein Fernglas zeigt die 4 Galileischen Monde als Lichtpunkte. Beobachte Jupiter und Venus gemeinsam: sie nähern sich im Mai sichtbar an (Höhepunkt der Nähe Anfang Juni).
Saturn am Morgenhimmel
Der Ringplanet Saturn ist Morgens sichtbar; deutlich leichter als Mars, aber weiterhin eher tief. Sichtbar Tief im Osten kurz vor Sonnenaufgang.
Mit Teleskop lohnen sich Ringansatz/Ringsystem (je nach Öffnung/Seeing). Plane Beobachtung gegen Ende der astronomischen Nacht (vor Beginn der hellen Dämmerung).

Kometen

Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS): Erreichte Ende April 2026 eine hohe Helligkeit (ca. 1,4 mag). Im Mai zieht er vom Morgenhimmel an den Abendhimmel, ist aber primär für Beobachter in südlichen Breiten gut sichtbar, da er niedrig am Horizont steht.
Der Komet 10P/tempel (2): Im Mai 2026 finden Konjunktionen mit diesem Kometen statt, er ist mit einem Teleskop beobachtbar (ca. 9–10 mag).

Sternschnuppen 

Die Eta-Aquariden
Vom 19. April bis zum 28. Mai sind die Eta-Aquariden zu beobachten. In diesem Jahr werden sie jedoch nachhaltig durch den abnehmenden Mond gestört. Es handelt sich um einen mittelstarken Strom, der vor allem in südlicheren Breiten zu sehen ist. In Mitteleuropa steht der Radiant nur sehr niedrig über dem Horizont. Daher gibt es nur ein kurzes Beobachtungsfenster kurz vor Beginn der Morgendämmerung. Das Maximum wird für den 5. Mai erwartet. Dann sind beispielsweise von Namibia aus zwischen 50 und 65 sehr schnelle Meteore mit Eintrittsgeschwindigkeiten von 66 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre zu sehen. Im Jahr 2003 wurde sogar eine Zenitrate von 100 registriert. In Mitteleuropa reduziert sich diese Zahl aufgrund der geringen Horizonthöhe auf 10 bis 15 Sternschnuppen pro Stunde. Aufgrund ihres flachen Eintrittswinkels in die Erdatmosphäre zeigen diese jedoch zum Teil sehr lange Bahnen am Himmel. Der Ursprungskörper der Eta-Aquariden ist der berühmte Halleysche Komet.
  • Höhepunkt: 5.–6. Mai 2026.
  • Ursprung: Komet Halley.
  • Beobachtung: Da der Radiant im Sternbild Wassermann liegt und eher niedrig steht, sind sie in Deutschland oft seltener zu sehen, am besten jedoch kurz vor der Morgendämmerung.

Beobachtungen Deep Sky

Ideal für Beobachtungen und Fotografieren bitte Tabelle Deep Sky-Objekte benutzen.
Was kann man wann beobachten / Fotografieren. Tabelle DeepSky

Sternwarte Schafmatt

Besuchen Sie uns in Sternwarte Schafmatt, um bei klarem Wetter einen Blick auf Sternenhimmel zu werfen!
www.sternwarte schafmatt.ch