Der November 2017

Der November gilt als Monat des Schmuddelwetters. Wer trotzdem einen Blick an den nächtlichen Himmel erhaschen kann, wird mit den Sternbildern des Herbstes und mit etwas Glück auch mit einigen Sternschnuppen belohnt. Wer Planeten sehen will, muss an den morgendlichen Himmel schauen: Hier sind Venus, Jupiter und Mars zu beobachten.


Aktuelles am Himmel

Sonnenflecken

Wir befinden uns am Beginn des 24. Zyklus, welcher am 04. Januar 2008 startete. Sein Maximum wird voraussichtlich Anfang 2012 erreicht sein und endet etwa Mitte 2018. Die Aktivität der Sonne ist mit der Sonnenfleckenzahl korreliert. Diese Sonnenfleckenzahl berechnet sich aus der Anzahl Fleckengruppen und der Einzelflecken. Heute beträgt die Sonnenfleckenzahl 0. Eigentlich müssten seit Monaten immer wieder dunkle Stellen auf der Sonne auftauchen – Sonnenflecken. Ihre Zahl nimmt normalerweise in einem elfjährigen Zyklus zu und wieder ab. 2007 hätte die Fleckenzahl ihr Minimum erreichen und seither wieder ansteigen sollen. Doch der Sonnenfleckenzyklus verhalte sich ein wenig wie der Aktienmarkt, schreibt die Nasa: «Wenn man denkt, der Tiefpunkt sei erreicht, sinkt er noch weiter.» 2008 beobachteten die Astronomen an 266 von 366 Tagen keine Sonnenflecken. Ein Jahr mit noch weniger Flecken gab es letztmals 1913. Dieses Jahr blieb die Sonne bisher noch häufiger makellos. Sonnenflecken können grösser als die Erde werden. Dunkel erscheinen sie, weil sie deutlich kälter sind als die rund 5800 Grad heisse Umgebung. Ursache für die Flecken ist der starke Magnetismus, der an diesen Stellen die Sonnenoberfläche durchbricht. Die Magnetfelder der Flecken sind tausendmal grösser als dasjenige der Erde. Hat die Sonne viele Flecken, ist sie besonders aktiv. Es kommt häufig zu Ausbrüchen, bei denen riesige Mengen Materie ins All herausgeschleudert werden. Dadurch entstehen Schockwellen, die viele Teilchen stark beschleunigen. Erreichen diese die Erde, können sie Polarlichter erzeugen, aber auch geomagnetische Stürme auslösen, ährden oder gar Stromnetze lahmlegen.
Über die aktuellen Sonnenaktivitäten kann man über die unten aufgelisteten Webseiten erkundigen.

Aktuelle Webseite für Sonnenflecken: http://spaceweather.com

Sonnenaktivitäten über Satellit NOAA: http://www.swpc.noaa.gov

Planeten

Mars

Mars am Morgrenhimmel.

Unser roter Nachbar Mars leuchtet als 1,7 mag helles Objekt am Morgenhimmel und wandert rechtläufig durch die Jungfrau. Im Laufe des Monats verfrühen sich seine Aufgänge von anfangs 3:49 Uhr auf 3:39 Uhr nur unwesentlich. Allerdings wächst sein Planetenscheibchen leicht auf 4,2 Bogensekunden zum Monatsende hin an. Am 15. November ergibt sich ein interessanter Anblick, wenn die dünne Mondsichel, gegen 5 Uhr morgens, knapp 3 Grad nordöstlich des Roten Planeten aufgefunden werden kann. Nur fünf Tage später, am 20. des Monats, beginnt auch auf der Nordhalbkugel des Mars der Sommer. Ende November hält sich der Rote Planet schließlich nahe dem Stern Spica in der Jungfrau auf.

Saturn

Saturn am Abendhimmel.

Der Ringplanet Saturn ist noch am Abendhimmel zu sehen, sinkt aber jeden Tag tiefer in die dichteren Horizontschichten herab. Mitte des Monats wird er schließlich für das blosse Auge unsichtbar und beendet seine Abendsichtbarkeit. Dabei wandert er immer schneller werdend rechtläufig durch den Schlangenträger. Am 19. November zieht er schliesslich in den Schützen. Spätestens dann ist der Ringplanet für teleskopische Beobachtungen nicht mehr sinnvoll nutzbar. Seine Untergangszeiten verfrühen sich von 18:55 Uhr, zu Beginn des Monats, auf 17:09 Uhr Ende November. Am 28. November zieht Merkur in nur 3 Grad Abstand an Saturn vorbei, was unter sehr guten Bedingungen mit lichtstarken Ferngläsern beobachtet werden kann.

Jupiter

Jupiter am Morgenhimmel.

Der -1,7 mag helle Riesenplanet Jupiter taucht nach seiner Konjunktion im Oktober Mitte des Monats wieder am Morgenhimmel auf und steigert seinen westlichen Abstand von unserem Zentralgestirn von anfangs 4 auf 27 Grad. Er wandert zunächst noch durch die Jungfrau und wechselt ab dem 15. November in die Waage. Am 15. November geht Jupiter um 5:55 Uhr im Osten auf. Am 30. November erfolgt sein Aufgang über dem Osthorizont bereits um 5:14 Uhr.

Am 13. des Monats läuft die Venus in nur 0,3 Grad Abstand nördlich an Jupiter vorbei, was in Ferngläsern beobachtet werden kann. Gleichzeitig kann die Venus als Aufsuchhilfe für den Planeten in der hellen Morgendämmerung dienen. Am 16. des Monats steht die dünne Sichel des abnehmenden Mondes nahe Mars, Spica und Jupiter. Dabei bildetet der Riesenplanet zusammen mit dem Mond und Spica ein annähernd rechtwinkliges Dreieck in der Morgendämmerung. Für ausgiebige teleskopische Beobachtung des Riesenplaneten ist es noch zu früh, er erscheint aber mit einem scheinbaren Äquatordurchmesser von gut 31 Bogensekunden im Gesichtsfeld.

Merkur

Merkur am Morgenhimmel.

Merkur erreicht in diesem Monat eine bescheidene Abendsichtbarkeit über dem westlichen Horizont. Ab der Monatsmitte kann man versuchen, den -0,3 mag hellen Planeten mit Hilfe eines Feldstechers aufzuspüren. Vor allem in Regionen südlich von 40 Grad nördlicher Breite, in den Tropen und auf der Südhalbkugel der Erde, erscheint der Planet auch für das bloße Auge ab dem letzten Monatsdrittel. Am 24. des Monats erreicht er schließlich eine größte östliche Elongation von der Sonne und steht dann 22 Grad von ihr entfernt. Für eine freisichtige Sichtung in unseren Breiten reicht das leider nicht aus, weil die abendliche Ekliptik im Herbst flach zum Horizont verläuft. Am 28. November begegnet der -0,3 mag helle Merkur Saturn in nur 3 Grad südlichem Abstand. An diesem Tag zeigt sich der innerste Planet auch zur Hälfte beleuchtet. Die so genannte Dichotomie tritt ein. Merkur sinkt an diesem Abend um 16:58 Uhr unter den westlichen Horizont.

Venus

Venus am Morgenhimmel.

Die Venus kann noch am Morgenhimmel aufgespürt werden, nähert sich aber beständig der Sonne an. Am 1. des Monats beträgt ihr westlicher Winkelabstand von unserem Zentralgestirn noch 16 Grad, Ende November schrumpft dieser auf 9 Grad. Am 1. November zieht sie in nur 3 ½ Grad Abstand nördlich an Spica vorbei, dem Hauptstern der Jungfrau, und begegnet am 13. des Monats den Riesenplaneten Jupiter in nur 17 Bogenminuten Abstand. Mit einer Helligkeit von -3,9 mag ist sie deutlich heller als der -1,7 mag helle Riesenplanet. Die Aufgänge des Morgensterns verspäten sich im November von anfangs 5:20 Uhr auf 6:57 Uhr. Somit geht sie zum Monatsende hin nur noch eine knappe Stunde vor der Sonne auf und steht zu Beginn der Bürgerlichen Dämmerung nur noch 2 Grad hoch über dem Horizont. Im Fernrohr erscheint unser Schwesterplanet nahezu voll beleuchtet und mit einem scheinbaren Durchmesser von gut 10 Bogensekunden. Am 16. November ergibt sich ein netter Anblick am Morgenhimmel. Die schmale abnehmende Mondsichel gesellt sich zu Mars, Spica, Venus und Jupiter, wobei Jupiter, dicht über dem Horizont, nur mit Hilfe eines Feldstechers erkannt werden kann.

Sternschnuppen

Delta-Eridaniden: schwache Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 10.11.2017 (06.11.2017 - 29.11.2017)


Nördliche Tauriden: mittlere Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 12.11.2017 (20.10.2017 - 10.12.2017)


Leoniden: irreguläre Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 17.11.2017 (06.11.2017 - 30.11.2017)


Alpha-Monocerotiden: irreguläre Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 21.11.2017 (15.11.2017 - 25.11.2017)


Beobachtungen Deep Sky

Ideal für Beobachtungen und Fotografieren bitte Tabelle Deep Sky-Objekte benutzen.
Was kann man wann beobachten / Fotografieren. Tabelle DeepSky

Sternwarte Schafmatt

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www.sternwarte schafmatt.ch