Der Juni 2018

Der Juni ist gerade geeignet für lange Beobachtungsnächte da uns die Sommersonnwende am 21. Juni die kürzeste Nacht beschert. Die Nächte sind gegenüber den Tagen bedeutend kürzer. Trotzdem gibt es einiges interessantes am Nachthimmel zu entdecken. So sind Jupiter, Mars und der Ringplanet Saturn als helle Punkte am Abendhimmel zu sehen und das Sommerdreieck hat seinen ersten Auftritt.

Der Juni ist zudem besonders um Abendphänomene zu beobachten: schauen Sie Ausschau nach «leuchtende Nachtwolken»


Aktuelles am Himmel

Sonnenflecken

Wir befinden uns am Beginn des 24. Zyklus, welcher am 04. Januar 2008 startete. Sein Maximum wird voraussichtlich Anfang 2012 erreicht sein und endet etwa Mitte 2018. Die Aktivität der Sonne ist mit der Sonnenfleckenzahl korreliert. Diese Sonnenfleckenzahl berechnet sich aus der Anzahl Fleckengruppen und der Einzelflecken. Heute beträgt die Sonnenfleckenzahl 0. Eigentlich müssten seit Monaten immer wieder dunkle Stellen auf der Sonne auftauchen – Sonnenflecken. Ihre Zahl nimmt normalerweise in einem elfjährigen Zyklus zu und wieder ab. 2007 hätte die Fleckenzahl ihr Minimum erreichen und seither wieder ansteigen sollen. Doch der Sonnenfleckenzyklus verhalte sich ein wenig wie der Aktienmarkt, schreibt die Nasa: «Wenn man denkt, der Tiefpunkt sei erreicht, sinkt er noch weiter.» 2008 beobachteten die Astronomen an 266 von 366 Tagen keine Sonnenflecken. Ein Jahr mit noch weniger Flecken gab es letztmals 1913. Dieses Jahr blieb die Sonne bisher noch häufiger makellos. Sonnenflecken können grösser als die Erde werden. Dunkel erscheinen sie, weil sie deutlich kälter sind als die rund 5800 Grad heisse Umgebung. Ursache für die Flecken ist der starke Magnetismus, der an diesen Stellen die Sonnenoberfläche durchbricht. Die Magnetfelder der Flecken sind tausendmal grösser als dasjenige der Erde. Hat die Sonne viele Flecken, ist sie besonders aktiv. Es kommt häufig zu Ausbrüchen, bei denen riesige Mengen Materie ins All herausgeschleudert werden. Dadurch entstehen Schockwellen, die viele Teilchen stark beschleunigen. Erreichen diese die Erde, können sie Polarlichter erzeugen, aber auch geomagnetische Stürme auslösen, ährden oder gar Stromnetze lahmlegen.
Über die aktuellen Sonnenaktivitäten kann man über die unten aufgelisteten Webseiten erkundigen.

Aktuelle Webseite für Sonnenflecken: http://spaceweather.com

Sonnenaktivitäten über Satellit NOAA: http://www.swpc.noaa.gov

Planeten

Mars

Mars am Abendhimmel.

Unser roter Nachbar Mars bremst seine rückläufige Bewegung im Sternbild Schütze deutlich ab und kommt am 28. Juni zum Stillstand. Damit beginnt auch seine Oppositionsperiode, die er Ende Juli auch erreicht. Dabei überholt die Erde den Mars auf ihrer Innenbahn. Das hat zur Folge dass auch seine Helligkeit, aufgrund der immer geringer werdenden Entfernung, um fast eine Größenklasse zunimmt von anfangs -1,2 auf -2,1 mag. Der Rote Planet wandert in dieser Zeit rückläufig entlang der Ekliptik. Damit wird der Planet auch ein Objekt für die gesamte Nacht. Gleichzeitig verlagert Mars seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Geht Mars am 1. Juni um 0:58 Uhr im Südosten auf, erfolgt sein Aufgang am 30. Juni bereits um 23:26 Uhr Sommerzeit. Auch sein scheinbarer Durchmesser wächst im Teleskop von anfangs 15,3 auf 20,7 Bogensekunden. Somit lohnt es sich, nach seinen markanten Oberflächenmerkmalen auf der Planetenkugel Ausschau zu halten. Auch sein Beleuchtungsgrad nimmt von anfangs 91% auf 97% zu. Leider steht der Mars bei seiner diesjährigen Opposition in der südlichen Ekliptik und während seines Meridiandurchgangs nur sehr niedrig über dem Horizont, so dass ein südlicherer Standort von Vorteil ist.

Saturn

Saturn am Nachthimmel.

Der Ringplanet Saturn erreicht am 27. Juni im Sternbild Schütze seine Oppositionsstellung und ist demzufolge die gesamte Nacht beobachtbar. An diesem Tag befindet er sich 1,353 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Aufgrund seiner Position weit südlich der Ekliptik, erreicht er mit knapp 18 Grad nur geringe Kulminationshöhen über dem Südhorizont. Auf der Südhalbkugel steht der Ringplanet dagegen im Zenit. Zu Beginn des Monats ist Saturn noch 0,2 mag hell. Bis zum Monatsende steigert er seine Helligkeit auf 0,0 mag. Im Fernrohr erscheint sein Ring mit 26 Grad nahezu voll geöffnet und das Planetenscheibchen mit einem scheinbaren Äquatordurchmesser von 18,4 Bogensekunden. Am 1. Juni geht Saturn um 22:58 Uhr im Südosten auf und kulminiert um 3 Uhr. Sein Untergang erfolgt um 6:57 Uhr. In der Oppositionsnacht erscheint er bereits um 21:09 Uhr über dem Horizont und steht um 1:10 Uhr im Süden. Um 5:07 Uhr Sommerzeit versinkt er wieder unter die südwestliche Horizontlinie. Des Weiteren steht der fast volle Mond am 1. und 28. Monat in der Nähe von

Jupiter

Jupiter am Nachthimmel.

Der Riesenplanet Jupiter bewegt sich rückläufig durch die Waage und kommt am Monatsende fast zum Stillstand. Er stand im letzten Monat in Opposition zur Sonne und ist nach wie vor ein auffälliges Objekt für die gesamte Nacht und in der Nähe von Alpha Librae sichtbar. Am 5. Juni wandert der Riesenplanet in wenige als ein Grad Abstand nördlich an diesem Stern vorbei, so dass man die scheinbare Bewegung des Planeten am Himmel gut nachvollziehen kann. Im Laufe des Monats zieht sich Jupiter aber langsam vom Morgenhimmel zurück. Zu Beginn des Monats steht der Riesenplanet um 23:17 Uhr im Süden und sinkt um 4:02 Uhr unter die Horizontlinie. Bis zum Ende des Monats verfrühen sich die Meridiandurchgänge und Untergänge auf 21:15 Uhr bzw. 2:03 Uhr Sommerzeit. Die Helligkeit geht ebenfalls leicht zurück von anfangs -2,5 auf -2,3 mag. Somit ist er nach dem Mond, Venus und Mars das hellste Objekt am Nachthimmel. Am 23. Juni steht der zunehmenden knapp 4 Grad nördlich des Riesenplaneten.

Merkur

Merkur am Abendhimmel.

Merkur zeigt sich im Juni in einer bescheidenen Abendsichtbarkeit über dem westnordwestlichen Horizont. Am 6. Juni steht Merkur in oberer Konjunktion zur Sonne und erreicht auch seine Sonnennähe. Danach wächst sein östlicher Winkelabstand zur Sonne schnell an und erreicht zum Monatsende bereits 23 Grad. Aufgrund der flachen Ekliptiklage am Abendhimmel, kommt es in Regionen oberhalb 50 Grad nördlicher Breite nicht zu einer Abendsichtbarkeit des innersten Planeten unseres Sonnensystems. Am Besten ist Merkur deshalb in südlicheren Breiten bzw. auf der Südhalbkugel der Erde erkennbar. Der zur Monatsmitte -1,2 mag helle Planet kann nur für kurze Zeit mit bloßem Auge oder mit Hilfe eines Fernglases in 5 Grad Horizontabstand beobachtet werden, bis er im dichteren Horizontdunst verschwindet. Am 15. Juni geht Merkur um 22:28 Uhr unter und am 30. Juni, nunmehr -0,1 mag hell, erst um 22:51 Uhr Sommerzeit. An diesem Tag ist das Merkurscheibchen 6,5 Bogensekunden groß und zu 63% beleuchtet.

Venus

Venus am Abendhimmel.

Die Venus ist nach wie vor Abendstern und kurz nach Sonnenuntergang im Westen bis Mitternacht in der hellen Abenddämmerung beobachtbar. Sie wandert zunächst noch rechtläufig durch die Zwillinge und überschreitet am 11. Juni die Grenze zum Sternbild Krebs. Ab Ende Juni wandert sie schließlich durch den Löwen. Bis zum Monatsende steigert die Venus ihre Helligkeit auf -4,1 mag. Im Fernrohr erkennt man, dass der Durchmesser des Planetenscheibchen langsam anwächst und Ende des Monats bereits 16 Bogensekunden beträgt. Der Beleuchtungsgrad nimmt weiter ab und beträgt am 30. Juni 70 %. Ihre Untergangszeiten verändern sich nur unwesentlich. Am 1. Juni sinkt Venus um 23:59 Uhr unter den Horizont. Am 30. Juni geht unser Schwesterplanet bereits um 23:33 Uhr Sommerzeit unter. Am 16. Juni steht die zunehmende Mondsichel nur 4 ½ Grad östlich der Venus.

Sternschnuppen

Juni-Lyriden

Seit 1966 werden zwischen dem 10. und 20. Juni die Juni-Lyriden beobachtet. Ihr Aktivitätsmaximum erreicht der Meteorstrom am 16. Juni. Gewöhnlich werden kaum mehr als 5 Meteore pro Stunde registriert, die mit einer Geschwindigkeit von 31 Kilometern in der Sekunde in die Erdatmosphäre eindringen. Im Jahr 1996 kam es aber zu einer deutlich höheren Rate. Der Radiant befindet sich im Sternbild Leier, nur wenige Grad vom Hauptstern Wega entfernt, und steht demzufolge im Juni sehr hoch am Himmel. Ein Ursprungskörper für die Juni-Lyriden ist nicht bekannt.

Juni-Bootiden

Die Juni-Bootiden sind vom 22. Juni bis 2. Juli aktiv und stammen vom kurzperiodischen Kometen 7P/Pons-Winnecke ab. Das Maximum findet am 27. Juni statt und wird leider Opfer des fast vollen Mondes. Der Radiant befindet an der Position RA 224° und Dec +48°, im nördlichen Bereich des Sternbilds Bärenhüter, und steht demzufolge am Abend sehr hoch am Himmel. Die Zenitrate ist variabel und zum Teil so gering, dass sie kaum auffällt. Im Schnitt sind nicht mehr als 5 Meteore pro Stunde sichtbar. Am besten beobachtet man in Süddeutschland bzw. von Südeuropa aus, da die Nächte dort noch deutlich dunkler sind als im Norden der Republik, wo die Weißen Nächte stören. Eine Beobachtung lohnt sich in jedem Jahr, weil der Strom in verschiedenen Jahren mehr oder weniger starke Aktivitätsausbrüche zeigte. So stieg im Jahr 1998 die Zenitrate für kurze Zeit auf 100 Meteore pro Stunde und im Jahr 2004 auf 50 Meteore pro Stunde an. Weitere Ausbrüche gab es in den Jahren 1916 und 1927. In diesem Jahr ist allerdings mit keiner erhöhten Aktivität zu rechnen. Die Teilchen der Juni-Bootiden erzeugen mit 18 km/s extrem langsame Spuren. Somit lassen sich die Sternschnuppen dieses Stroms sehr gut von sporadischen Meteoren unterscheiden.


Beobachtungen Deep Sky

Ideal für Beobachtungen und Fotografieren bitte Tabelle Deep Sky-Objekte benutzen.
Was kann man wann beobachten / Fotografieren. Tabelle DeepSky

Sternwarte Schafmatt

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