Flatfield bei digitalen Aufnahmen

 

In diesem Abschnitt werden wir uns mit dem oft wenig und stiefmütterlich behandelten Thema des Flatfieldings beschäftigen, das die Qualität von Astro Aufnahmen doch um einiges verbessern kann.

Eine digitale Aufnahme setzt sich aus drei wesentlichen Einzelaufnahmen zusammen.

    Aufnahme

    Dunkelbild - Darkframe

    Weissbild - Flatfield ( Flat )

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Wieso braucht man eigentlich ein Flatfield?

Bei einer Aufnahme entstehen durch verschiedenste Einflüsse Bildfehler, die eine Verfälschung oder Qualitätsminderung bewirken können.

Diese Artefakte sind:

    Vignettierung – ungleiche Ausleuchtung des Bildes

    Reflexe durch optische Elemente oder Flächen

    Staub und Schmutz auf der Oberfläche des Kamerachips

Weiters kann durch das Flatfield die ungleiche Empfindlichkeit der einzelnen Pixel ausgeglichen werden. Dies ist besonders bei der Astrometrie (Helligkeitsmessung) wichtig, um genaü Messergebnisse erzielen zu können.

Wie macht man ein Flatfield ?

Ein Flatfield ist eine Aufnahme einer gleichmässig erhellten Fläche. Die Belichtungszeit soll so gewählt werden, dass die Sättigung des Astrobildes ca. 50% bis 75% ausmacht. Der Sättigunsgrad kann meist mit der Kamera Software gemessen werden (Histogramm). Bei einer Kamera, bei der die Pixel bei 65536 gesättigt sind, ist der Wert für ein gutes Flat zwischen 32768 und 49152.

Wichtig!

Wenn einmal ein Weissbild gemacht wurde, ist die Chipposition nicht mehr zu ändern, d.h. die Kamera darf nicht mehr entfernt oder rotiert werden, da sich die entstehenden Abbildungsfehler relativ zur Chipfläche verändern und mit dem Flatfield nicht mehr in Deckung gebracht werden können. Sollte aus irgend welchen Gründen eine Positionsänderung nötig sein, ist eine neür Weissabgleich nötig.

Die Flatfield Aufnahme muss ebenfals im Fokus sein. Ist dies nicht der Fall, sind die Abbildungsfehler nicht klar begrenzt oder nur diffus (unscharf) abgebildet.