Das geballte Wissen zum Thema Astronomie und Kosmos.

Momentan ist das Astro-Lexikon im Aufbau, bisher befinden sich jedoch schon diverse Begriffe in unserer Datenbank.
In nächster Zeit werden vermehrt Begriffe rund um das Themen Astronomie und Kosmos aufgenommen.

Wenn Sie noch weitere Astro-Fachbegriffe haben senden Sie uns eine Nachricht. Wir werden Ihren Begriff versuchen zu erörtern und in das Lexikon einfügen.

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Offene Sternhaufen;   Öffnungsverhältnis;   Off-Axis;   Oortsche Wolke;   Opposition;   Orion Nebel;  

 

 

 

Offene Sternhaufen

Unsere Sonne wandert als einzelner Stern durch die Milchstrasse. Es gibt jedoch viele Sterne, die nicht allein unterwegs sind, sondern mit vielen anderen Sternen einen offenen Sternhaufen bilden. Bisher wurden über 1000 Sternhaufen entdeckt, es werden aber in unserer Galaxie 10000 vermutet.

Offene Sternhaufen bestehen aus 10 bis 1000 Sternen, die sich als Gruppe um das Zentrum der Milchstrasse drehen. Diese Sternhaufen haben einen Durchmesser von 5 bis 50 Lichtjahre. Ihre Form ist nicht einheitlich, also eher ungeordnet. Offene Sternhaufen befinden sich hauptsächlich im Zentrum und den Spiralarmen der Milchstrasse.
Die Sterne eines offenen Sternenhaufens haben etwa das gleiche Alter und die gleiche chemische Zusammensetzung (da sie aus der gleichen Gaswolke entstanden). Die Grösse der Sterne kann jedoch unterschiedlich sein. In jungen Sternhaufen können sich auch noch interstellare Gaswolken befinden, in denen immer noch Sterne entstehen können.
Die Sterne eines Sternenhaufens entstehen, wie alle Sterne, aus riesigen Gaswolken. Wenn sich in einer grossen Gaswolke das Gas langsam verdichtet entstehen hie mehrere Sterne gleichzeitig. Wenn ein Grossteil der Gases verbraucht ist, werden die entstandene Sterne sichtbar. Diese Sterne werden dann durch ihre Anziehungskraft zusammengehalten und bilden so eine Gruppe, die man offenen Sternhaufen nennt.
Da ein offener Sternhaufen nur von der Schwerkraft der Sterne zusammengehalten wird, ist er eher instabil. Die Sternengruppe bewegt sich zunächst geschlossen durch die Milchstrasse, bis die Anziehungskräfte der Sterne nicht mehr ausreichen und der Sternhaufen auseinander bricht. Daher sind die meisten offenen Sternhaufen eher jung.

Einige offene Sternhaufen:

Die Plejaden: Mit blossem Auge kann man sieben Sterne erkennen. Daher heisst dieser Sternhaufen auch Siebengestirn. Der Haufen enthält jedoch über 250 Sterne, die vor etwa 60 Milliarden Jahren entstanden und von der erde ca. 400 Lichtjahre entfernt sind.

Die Hyaden:

Dieser Sternhaufen ist ein eher älterer offenen Sternhaufen, der aus ca. 200 Sternen besteht und von der Erde 130 Lichtjahre entfernt ist.


Öffnungsverhältnis

Das Öffnungsverhältnis berechnet sich zu Teleskopbrennweite geteilt durch Objektivdurchmesser.


Off-Axis

Das Off-Axis ist ein Kameraadapter mit direktem Fokus. Durch ein kleines eingebautes Prisma wird ein geringer Teil des Strahlengangs seitlich ausgelenkt. Während die Kamera aufnimmt, kann gleichzeitig mit einem Fadenkreuzokular ein Stern beobachtet und nachgeführt werden.
Da es sich immer um den Originalstrahlengang handelt, ist ein Parallaxenfehler oder eine mechanische Veränderung im Gegensatz zu Leitfernrohren ausgeschlossen.
Bei Fadenkreuzokularen mit verstellbarer Strichplatte können auch Objekte am Bildfeldrand zur Nachführung verwendet werden. Mit dem Off-Axis gelingen Langzeitaufnahmen von mehreren Minuten völlig problemlos.


Oortsche Wolke

[Oort's cloud] Auch Oort-öpik Wolke genannt. Man nimmt an, dass die Oortsche Wolke sich ausserhalb der Plutobahn bis etwa 50000 AU (ungefähr 1 Lichtjahr) erstreckt und im wesentlichen kugelsymmetrisch ist. Die Wolke besteht aus milliarden von Kometen, die insgesamt etwa eine Erdmasse haben dürften. Durch Stösse untereinander oder durch gravitative Wechselwirkung mit einem anderen Stern oder einem hypothetischen Planet können Kometen in die inneren Bereiche des Sonnensystems gestreut werden, wo sie unter Umständen die bekannten Schmelzprozesse erleiden und gegebenenfalls eine langen Schweif entwickeln.

Öpik brachte die Idee dieser Art von Wolke (wie so vieles andere als erster) 1932 auf. Zwanzig Jahre später entwickelte Jan Oort die gleiche Idee. Es gibt keinen direkten Beweis für die Existenz dieser Wolke; auch ist ihre Entstehung nicht klar. Eine gängige Hypothese geht davon aus, dass die Kometen in den inneren Teilen des Sonnensystems in der Nachbarschaft der Planeten gebildet worden sind und in der Folge in die äusseren Zonen hinausgestreut wurden.


Opposition

Stellung eines äusseren Planeten, wenn er am Himmel der Erde der Sonne genau gegenüber steht; Planeten in Opposition sind die ganze Nacht über zu beobachten.


Orion Nebel

Mit einer Entfernung von etwa 1600 (oder 1500) Lichtjahren ist der Orion Nebel der hellste diffuse Nebel am Himmel - mit dem blossen Auge sichtbar, und ein lohnendes Objekt für Teleskope in allen Grössen, vom kleinsten Feldstecher bis zu den grössten erdgebundenen Observatorien und dem Hubble Space Telescope.

Es handelt sich um den Hauptteil einer weit grösseren Wolke aus Gas und Staub, die sich mit über 10 Grad gut über die Hälfte des Sternbildes des Orions ersteckt. Die lineare Ausdehnung dieser gewaltigen Wolke beträgt gut und gerne mehrere hundert Lichtjahre. Man kann sie bei langer Belichtungszeit ganz abbilden (vgl. Burnham); ausser dem Orion Nebel nahe dem Zentrum enthält diese Wolke noch die folgenden, um ihretselbst willen bekannte Objekte: die Barnard's Schleife, die Region des Pferdekopf Nebels (der auch NGC 2024 = Orion B enthält), und den Reflexionsnebel um M 78.

Der Orion Nebel für sich selbst ist mit einer Ausdehnung von etwa 66x60 Bogenminuten schon ein grosses Objekt am Himmel, würde er doch damit das Gebiet des Vollmondes viermal überdecken. Das entspricht einem Durchmesser von um die 30 Lichtjahre.
Er ist ebenso eines der hellsten Himmelsobjekte, für das blosse Auge gut sichtbar, so dass sich der gegenwärtige Autor darüber wundert, dass die nebelartige Natur offenbar nicht vor 1610 berichtet wurde, als Nicholas-Claude Fabri de Peiresc, ein französischer Anwalt, sein Teleskop in diese Richtung des Himmels drehte.

Der Nebel wird an seinem nördlichen Ende von einer ins Auge fallenden dunklen Gasse geteilt, wie man auf unserer Photographie gut sieht. Von dem kleinen nordöstlichen Teil wurde zuerst von de Mairan berichtet; er erhielt eine eigene Nummer von Charles Messier, M43 (siehe auch unten). In der unmittelbaren Umgebung, in Richtung Norden, gibt es weitere schwächere Reflexionsnebel, die teilweise das Licht des Grossen Nebels reflektieren. Sie waren für Charles Messier nicht bemerkenswert, wurden aber später mit den NGC Nummern 1973-5-7 versehen. Man klicke hier, um weitere Bilder von M42, M43 und NGC 1973-5-7 zu sehen.

Bei M 42 selbst handelt es sich offenbar um eine sehr turbulente Wolke aus Gas und Staub, voller interessanter Einzelheiten, die C.R. O'Dell in der Unterschrift seines HST Photos mit der abwechslungsreichen Topographie des Grand Canyon vergleicht. Die grösseren Merkmale haben von vielen Beobachtern eigene Namen bekommen: Der dunkle Nebel, der die Gasse bildet, die M43 von dem Hauptnebel trennt, sich aber wohl in den letzteren erstreckt, bildet eine Form die im allgemeinen das "Fischmaul" genannt wird. Die hellen Regionen an beiden Seiten werden die "Flügel" genannt, während sich am Ende des "Fischmauls" ein Haufen jüngst gebildeter Sterne befindet, namentlich der "Trapez Sternhaufen". Die Audehnung der Flügel im Osten in den Süden (unten links in unserem Bild) wird "Das Schwert" genannt, das helle nebelhafte Gebilde unter dem Trapez "Der Stoss" und der schwächere westliche (rechts) Ausdehnung "Das Segel". Wir haben hier eine kleine Sammlung von Bilder von Einzelheiten in M42, eingeschlossen einer anderen Nomenklatur für die hellste Region in diesem Nebel von geschichtlichen Beobachtern.