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Galaxien;  Galileische Satelliten;  Galaktischer Halo;  Galileische Monde; 

Galaxienhaufen;  GMT;  Gammastrahlung;  Ganymed;  Gravitation;  Gravitationslinse;  Gravitationswellen; 

Grössenklasse;  Gesichtsfeld;  Gezeiten;  Giraffe;  Grosser Hund;  Grosse Magellansche Wolke;  Grosser Bär; 

G-Sterne; 

 

 

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Galaxien

Gewaltige Sternsysteme, die im All in vielen Formen und Grössen auftreten. Galaxien enthalten zwischen einige Millionen und über eine Billion Sterne. Oft gibt es in Galaxien zudem viel Gas und Staub. Grosse Galaxien haben meist eine regelmässige Struktur und sind abgeflachte Spiralscheiben oder elliptisch geformt. Das Milchstrassensystem ist eine Spiralgalaxie von über 100.000 Lichtjahren Durchmesser und enthält mehr als 100 Milliarden Sterne.


Galileische Satelliten

Die vier Jupitersateliten Io, Europa, Ganymed und Kallisto wurden 1610 von Galileo Galilei entdeckt.


Galaktischer Halo

Halo der Milchstrasse. Das ist eine annähernde kugelförmige Zone um die Galaxis, in welcher Kugelsternhaufen und Metallarme, in der Regel sehr alte Sterne zu finden sind.


Galileische Monde

Die vier grossen Monde des Jupiters heissen von innen nach aussen Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Schon ein gutes Fernglas (auf Stativ, oder sonstwie ruhig gestellt) zeigt sie als Sternchen neben Jupiter. Im Laufe einer Nacht kann man Ihre Bewegungen gut verfolgen. Eine der faszinierendsten Erfahrungen am Teleskop ist die Beobachtung des Schattens eines der Monde, wie er im Laufe einer Stunde als dunkler Flecken über die Jupiterscheibe zieht. Das gute Dutzend weiterer Monde des Jupiters sind sehr viel kleiner (<200 km) als die vier grossen. Selbst für den mit teuren Teleskopen und CCD-Kameras ausgerüsteten Amateur ist die Beobachtung der kleinen Jupitermonde eine Herausforderung.



Galaxienhaufen

Eine Ansammlung von Galaxien, die nicht notwendigerweise gravitativ gebunden sind. Man unterschied früher reguläre und irreguläre Haufen, je nach Erscheinungsbild. Die ersteren weisen einen starke Konzentration zum Zentrum hin zu einer cD-Galaxie hin auf, letztere sind "zerissener" und haben keine cD-Galaxie. Kleine Galaxienhaufen nennt man Galaxiengruppen oder nur Gruppen. Die Milchstrasse gehört zusammen mit der Andromedagalaxie und etwa 25 weiteren Galaxien zur Lokalen Gruppe. Der nächstgelegene Galaxienhaufen ist der Virgohaufen. Abell stellte die grossen Haufen in einem Katalog zusammen, was die Bezeichnung Abell-Haufen nach sich zog.
Galaxienhaufen sind in der Regel Röntgenquellen, welches auf heisses Gas mit Temperaturen bis zu einigen hundert Millionen Grad zurückzuführen sind. In einigen massereichen elliptischen Galaxien, vor allem bei den cDs, werden Cooling Flows beobachtet, Strömungen des Röntgengases in die Galaxie hinein.
Nach den heutigen Modellen bilden sich die zentralen Galaxien in den grossen Galaxienhaufen bereits sehr früh. Durch die Anziehungskraft werden nahegelegene Gruppen und kleinere Haufen in die grossen Haufen gezogen. Scheibengalaxien erfahren beim Einfall eine Umformung durch das sogenannte Galaxy Harassment: aufgrund der Gezeitenkräfte verformen sich die Scheiben und werden schliesslich abgestreift. Übrig bleiben entweder kompakte Ellipsen oder S0-Galaxien, welche man in den zentralen Regionen der Haufen überproportional häufig findet. Die abgestreiften Sterne bilden die intra-Cluster-Population, welche von Fritz Zwicky bereits in den 1950er Jahren postuliert wurde, und in Beobachtungen von Planetarischen Nebeln seit etwa 2000 auch quantitativ untersucht werden kann (Gerhard, Arnaboldi, Mendez, Freeman).


GMT

Bezeichnung für Greenwich Mean Time, man nennt sie auch Weltzeit. Es handelt sich (bis auf eine Sekunde) um die mittlere Ortszeit des Meridians von Greenwich (London). Die Mitteleuropäische Zeit MEZ geht der Weltzeit GMT um eine Stunde vor, die Mitteleuropäische Sommerzeit geht um 2 Stunden gegenüber GMT vor. Beispiel: Wenn es in Berlin während der Sommerzeit zwei Uhr am Nachmittag ist (14 Uhr), dann ist es 12 Uhr GMT.


Gammastrahlung

Energiereichste elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen unter etwa 0,1 Nanometern. Da Gammastrahlung in der oberen Atmosphäre absorbiert wird, ist die Gamma-Astronomie auf Satellitenteleskope angewiesen. Zu den bekanntesten Gamma-Qüllen im Kosmos gehören die Gammastahlen-Burster, Pulsare und Quasare.


Ganymed

Ganymed ist mit 5276 km Durchmesser der grösste Mond im Sonnensystem. Er ist sogar noch grösser als die Planeten Merkur und Pluto. Ganymed umkreist in 1069000 km Distanz den Planeten Jupiter einmal in 7.155 Tagen. Eine hunderte km dicke Eisschicht umgibt Ganymed, die auch etliche Einschlagkrater aufweist. Unter dem Eis mag es ein Mantel aus flüssigem Wasser oder eine Art zähflüssiges Eis geben. Darunter gibt es eine felsige Schale, die einen Eisen-Nickel-Kern umgibt. Ganymed besitzt ein Magnetfeld von etwa 10% der Stärke des Magnetfelds der Erde.
Ganymed kann wie die übrigen Galileischen Monde des Jupiters leicht von der Erde aus beobachtet werden. Schon ein auf ein Stativ fixiertes Fernglas zeigt Ganymed als Sternchen neben Jupiter.


Gravitation

Schwerkraft; Grundeigenschaft der Materie, dass sie sich gegenseitig anzieht. Die Gravitation ist im Universum die alles dominierende Kraft und hält z.B. die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne.



Gravitationslinse

Eine Galaxie oder andere kompakte Massenansammlung, die genau auf der Sehlinie zu einem weit dahinter liegenden Objekt (einer Galaxie oder einem Quasar) liegt. Mit ihrer Schwerkraft (Gravitation) verändert sie die an ihr vorbeilaufenden Lichtstrahlen des entfernten Objekts so, dass uns das Objekt verformt und teilweise auch vergrössert und heller erscheint.


Gravitationswellen

Störungen in einem Gravitationsfeld, die von beschleunigten massereichen Objekten ausgehen und sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. In der Astronomie spielen sie vor allem bei der Beobachtung enger Doppelsterne eine Rolle, bei denen beide Partner kompakte Neutronensterne sind. Unter Abstrahlung von Gravitationswellen spiralen solche Doppelsterne langsam auf sich zu.


Grössenklasse

Die Astronomen geben die Helligkeit eines Sterns in Grössenklassen an. Klasse 0 sind die allerhellsten, z.B. die Vega, 6 die noch knapp von blossem Auge sichtbaren Sterne und ein Stern 12. Grösse ist gerade noch mit kleineren Amateurteleskopen erkennbar. Wenn der Astronom von (Stern-) Grössen spricht, meint er meistens ihre Helligkeit und nicht ihren Durchmesser. Offizielle Definition nach V. Pogson:
Verhalten sich die mit einem Photometer gemessenen Strahlungsströme zweier Sterne wie S1/S2, so ist die Differenz ihrer scheinbaren Helligkeit m1 - m2 = -2.5log(S1/S2). Beispiel: Ein Unterschied von 5 Grössenklassen bedeutet, dass S1 100x schwächer leuchtet als S2.


Gesichtsfeld


1) Wahres Gesichtsfeld: das mit einem Fernrohr tatsächlich überschaubare Himmelsfeld. Bei normalen Teleskopen ist es kleiner als 1 Grad.
2) Scheinbares Gesichtsfeld: Der Durchmesser des im Okular sichtbaren Himmelsausschnittes.



Gezeiten

Eine Form von Gravitationswechselwirkung, die als Gradient der Kraft beschrieben werden kann. Dadurch wird sie stark ortsabhängig - sie variiert mit der dritten Potenz des Abstandes.
Auf der Erde ist die bekannteste Form von Gezeiten der Ebbe-Flut Wechsel, der durch die Anziehungskraft des Mondes hervorgerufen wird.
Andere im astronomischen Bereich wichtige Gezeitenwechselwirkungen treten bei nahe Doppelsternsystemen und bei der Wechselwirkung zwischen Galaxien auf.


Giraffe

Auch als Cameloparalis oder Camelopardus bekanntes ausgedehntes Sternbild (in Breiten um 50o zirkumpolares) am Nordhimmel mit der Abkürzung Cam. Der Genitiv ist Camelopardalis. Es gibt auch die Form Camelopardus mit Genitiv Camelopardi.


Grosser Hund

[canis major] Im Deutschen als grosser Hund bekanntes Sternbild mit der Abkürzung CMa und dem Genitiv Canis Maioris. Der hellste Stern des Sternhimmels ist alpha Canis Maioris oder Sirius. Der offene Sternhaufen M41 liegt im grossen Hund.


Grosse Magellansche Wolke

[Large Magellanic Cloud] Prominente Nachbargalaxie, die am Südhimmel (bei klarem Himmel) fast nicht zu übersehen ist. Sie ist als irreguläre Galaxie klassifiziert, zeigt in Radioaufnahmen aber eine Spiralstruktur. Offensichtlich wurde die GMW durch die Gezeitenwechselwirkung mit der sehr viel massereicheren Milchstrasse deformiert, und vermutlich auch zu massiver Sternentstehung angeregt. 30 Doradus, nahe dem Zentrum der GMW gelegen, ist eines der virulentesten bekannten Sternentstehungsregionen.


Grosser Bär

[big dipper] Zirkumpolares Sternbild von mittleren nördlichen Breiten mit lateinischem Namen Ursa maior und der Abkürzung UMa. Die hellsten Sterne des grossen Bären sind auch als Grosser Wagen bekannt. Der grosse Bär ist nach der griechischen Mythologie eigentlich eine Bärin, vormals die Prinzessin Kallisto, einer der ungezählten Geliebten des gegen Geschlechtskrankheiten offensichtlich immunen Zeus. Der hellste Stern, alpha ursä maioris, heisst auf arabisch Dubhe (Bär) und ist vom Spektraltyp K0. Er ist von 1.8 mag scheinbarer Helligkeit und etwa 39 parsec entfernt. Das Sternbild enthält einen Galaxienhaufen und das wechselwirkende Galaxienpaar M81/82. Ausserdem befindet sich der relativ bekannte PN M97 (Eulennebel) im Gebiet des Grossen Bären.


G-Sterne

Sterne vom Spektraltyp G. Effektiv-Temperatur im Bereich von 5000 - 6000K. Balmerlinien des Wasserstoffs verschwinden, Linien von Metallen dominieren. Masse etwa 1 Sonnenmasse. Die Sonne ist ein G2 Stern.